Songpoet, Friedensberichterstatter

SongLandClub 2024

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Songlandclubmitglieder und Ihr, die Ihr es werden wollt!

Im Jahr 2020, in der schlimmsten Zeit für die deutsche Kunst seit Ende des letzten Krieges, den Deutschland der Welt aufgebürdet hat, wurden wir Künstler wieder einmal gezwungen, Überlebensstrategien zu erdenken. Nicht nur um das eigene täglich‘ Brot sollte es dabei gehen, sondern auch um das Recht der Menschen im Land, Zugang zur Kunst und Zugang zur Gemeinschaft zu behalten. Nicht zuletzt auch Zugang zur Bildung durch Kunst.
Für mich war das der Moment in meiner künstlerischen Laufbahn, der mich die Notwendigkeit erkennen ließ, mein gesellschaftliches und politisches Engagement über das Niveau der Ehrensache hinaus reifen zu lassen und es als Kampf zu verstehen. Einen Kampf mit der Kunst als Waffe, wie es Friedrich Wolf formuliert hat.
Und so kämpfe ich seitdem. Ich bin Mitbegründer der Initiative „Kultur ins Grundgesetz“, ich sang und singe auf Friedenskundgebungen von Parteien wie Die Linke, DKP oder parteiübergreifenden bis -unabhängigen Initiativen, mache Wahlkampf für das BSW, kämpfe für den Erhalt diplomatischer oder wenigstens kultureller Brücken zu Russland, bin Mitglied und auch Sprecher des Karl-Liebknecht-Kreises MV, leite die Friedensgesellschaft Musik statt Krieg e.V., die ihrerseits ein Verband des OKV (Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden) ist, in dessen Vorstand ich zum Kulturobmann gewählt wurde.
Nicht nur Freunde habe ich in den vergangenen Jahren dabei gewonnen, sondern auch viel Unverständnis, aggressive Angst, Diffamierung und Ausgrenzung gesehen bzw. erlebt. Aber ich blieb nicht allein damit, sondern befinde mich heute inmitten einer wachsenden Gemeinschaft, die das Miteinander neu zu lernen begonnen hat. Keine „Blase“, wie wir von irgendwoher zu hören bekamen, sondern eine solidarische Gemeinschaft, die sich darin übt, die Schatten unserer Zeit zu überfliegen und Licht zu senden.
Denn meine poetischste Idee des Kampfes wurde die Gründung des SONGLANDCLUBs, mit dem ich das Wertvollste tue, was ein Künstler überhaupt erreichen kann. Ich bringe Menschen zueinander, die zueinander gehören. Menschen, Gleichgesinnte, deren Suche nacheinander immer dringlicher, immer nötiger, immer existentieller geworden ist in diesen Zeiten.
Die Idee kam mir, weil es mir um mehr gehen wollte, als um ein Crowdfunding-Konzept, mit dem ich mein nächstes Album finanzieren könnte. Und dann noch eins und noch eins… Die Idee kam, weil ich die Suche der Leute sehen konnte. Weil die Sehnsucht nach menschlichem Miteinander so allgegenwärtig war und die Konzerte, die wir unterm Radar abstruser Maßnahmen und Bestimmungen organisierten, zu spürbaren Quellen dieses Miteinanders wurden. Nichts davon ist seither unnötig geworden!
Unseren SONGLANDCLUB habe ich gegründet, um mit dem jährlichen Beitrag der Mitgliedschaften mindestens ein künstlerisches Projekt pro Jahr zu finanzieren. So fing es an. Inzwischen fühle ich mich, als hätte sich etwas gedreht. Als sei ich zu einer Art Medium geworden mit meiner Musik oder den Büchern. Als laute der Auftrag inzwischen, dem finanziellen Beitrag der SLC-Mitglieder gerecht zu werden und ihnen mit meiner Kunst aus dem Herzen zu sprechen. Und genau das möchte ich noch intensivieren!
Ich möchte die Mitgliederzahl des SLC auch 2024 limitieren, denn wir haben die Erfahrung gesammelt, dass sich ein Album gut produzieren lässt, wenn jährlich 120 Personen so ein musikalisches Projekt (CD/Vinyl) mit 120€ unterstützen. Mit diesem Geld finanziert Ihr nicht nur einen Produzenten, Musiker, Graphiker etc., sondern vor allem ein künstlerisches Produkt, dass seine Inhalte nicht verbiegen, verflachen oder verstecken muss, um in unserer Zeit kommerziell genug zu sein, um einen Label-Deal und Funkeinsätze zu bekommen. Ihr finanziert künstlerische Freiheit und da der Künstler in diesem Fall bereits 23 Alben vorzuweisen hat, könnt Ihr sogar (fast) einschätzen, was das Ergebnis solcher Freiheit sein kann.
Des Weiteren: Aus den „Postillen“, die ich allen Mitgliedern in den ersten vier Jahren immer wieder schrieb, wird nun eine eigene Onlinezeitschrift werden, die ich WELT-BÜHNEN-POSTILLE nenne. Hiermit wird es noch besser gelingen, Euch interaktiv mit auf meine Reisen und durch mein Universum der Kunst zu führen. Erzähltes, Gedichtetes, Gefilmtes, Vertontes und ein paar Raritäten in Bild und Ton auf und von den Bühnen der Welt, geschenkverpackt in der WELT-BÜHNEN-POSTILLE. Das kostenlose Abonnement dafür erhalten Songlandclub-Mitglieder nach der Überweisung des jährlichen Mitgliedsbeitrages, der wie immer im Mai/Juni anfällt.


So wie beim jährlichen großen SLC-Treffen am Vorabend unseres Festivals „Musik statt Krieg“, möchte ich die SLC-Mitglieder einmal im Quartal zu einem ungezwungenen Clubtreff auf dem Vier Winde Hof oder womöglich auch mal dorthin einladen, wohin mich die Musik verschlägt oder wo ein SLC-Mitglied ein einladendes Fleckchen weiß. Bei diesen Clubtreffs wollen wir miteinander reden, Musik hören, uns Bücher vorstellen oder auch mal den Beamer anwerfen für einen Film oder eine Reiseerzählung. Es geht darum das Miteinander neu zu lernen und das Erfahrene immer wieder in die Welt zu tragen. Gedanken auszutauschen, gemeinsame Ideen zu entwickeln, unsere Sorgen zu teilen aber auch unsere Hoffnung und zusammen zu träumen, uns kennen und verstehen zu lernen. In all das soll der SLC ab sofort hineinwachsen – all das soll er uns künftig sein.

Mitglied im SongLandClub zu werden oder es zu bleiben ist ganz einfach. Erwerbt Eure Mitgliedschaft für 2024/25 im Web-Shop und erhaltet die Membercard bzw. den Jahresbutton und als Bonus in diesem Jahr den Zugang über die WELT-BÜHNEN-POSTILLE zu den sechs „verschwundenen“ Eisbrenner-Alben „TINO“; „Willkommen in der Welt“; „Wege übers Land“; „MANgo“; „Forgotten Trail“ und „Fremde Strände“. Seid dabei im SONGLANDCLUB – Wir brauchen einander mehr denn je!

Herzlich, Tino Eisbrenner