TitelStories

Hier wächst eine kleine Sammlung von Geschichten zu den Titelsongs.

Ich sterbe für Dich

►Album:  TINO, EP 1987, LP 1989, CD 2005 / Songs aus Drei Dekaden, 2011

Nachdem sich meine geliebte Band JESSICA wegen der Wehrpflicht einiger Musiker aufgelöst hatte – damals wussten wir nicht, dass dies 25 Jahre währen würde – bot mir Thomas Natschinski, viel gerühmte Songschreiber der DDR, eine Zusammenarbeit an. Natschinski schreibt glänzende Balladen und gleich in die erste Komposition textete ich meinen sehr frischen Liebesschmerz hinein. Simone Thomalla war 1986 Backgroundsängerin bei unserer JESSICA – Spieler – 100 Tage - TOUR gewesen und Amor hatte ein leichtes Spiel mit uns gehabt. Die Liebe brannte einen Moment länger, als die Tour dauerte. Dann gewann der Verstand wieder die Oberhand, denn beide lebten wir in Beziehungen. In diesem Taumel schrieb ich meinen Text und schickte Simone das Lied übers Radio nach…

Als 2011 die Idee aufkam, ein paar Remakes aufzunehmen und damit das Best Of anzureichern, fiel die Wahl auch auf „Ich sterbe für Dich“. Ich textete zu meinen Zeilen einen „Gegenpart“ hinzu und fragte Simone, die Deutschland inzwischen als TV-Star erobert hatte, ob sie das Lied neu mit mir aufnehmen würde. Sie sagte Ja.

 

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Ich such einen Traum

►Album: Vinyl  LP „Spieler“, 1986 /  CD „Spieler“, 2005  / Eisbrenner "Songs aus Drei Dekaden", 2011

K: Böhme/Drechsler  T: Eisbrenner

Mitte 1983 hatte ich meinen Grundwehrdienst hinter mir und mein einziger Gedanke war, wieder mit den Freunden von JESSICA zu spielen. Wir waren 1981 das erste Mal völlig demontiert worden. Unser Drummer war 3 Jahre zur Armee gegangen, unser Keyboarder Ralf Böhme zwar nur anderthalb Jahre aber dafür um ein halbes Jahr versetzt. Wir mussten auf ihn also ein halbes Jahr warten und uns in der Zeit auch einen neuen Drummer suchen. Ich vertrieb mir die Zeit in einer Band, die mein Herz nicht gewann aber sehr wohl der Drummer Oli Becker. Ich entführte ihn zu Proben mit André und Janek von JESSICA und wir wussten sehr schnell, dass er zu uns gehören würde. Wir begeisterten ihn, der vorher eher schweren Rock gespielt hatte, für die Spielart von Stewart Copeland von THE POLICE und fingen an, eigene Songs zu schreiben und zu proben. Auf dem Weg zu einer dieser Proben stoppte uns ein englisches TV-Team auf der Straße auf der Suche nach einer Ostberliner Newcomerband… Das Ende vom Lied war eine Produktion in einem der ersten Privatstudios der DDR, es gehörte dem PUHDYS-Drummer Gunther Wosylus, und ein Videodreh für Tyne Tees Television und die Sendung „Tube“. Inzwischen war auch unser Ralf von der Armee zurück und wir hatten zu fünft einen kapitalen Einstieg in die ostdeutsche Rockpopszene. Wir waren „die Band, die im englischen Fernsehen war“. Der Song, mit dem dies geschah – unsere allererste Produktion – hieß „Ich such‘ einen Traum“.

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Immer wenn ich dich seh

►Album: Hausboot  "Strom ab" 2009

M: Heiner Lürig / T: Eisbrenner

In diesem Stück vereinten sich plötzlich auf ganz natürliche Weise der achtziger Jahre Heiner Lürig, als er für HRK komponierte und meine musikalische Sprache in der selben Zeit, als ich die Texte und Gesangspart für JESSICA erfand und von gigantischen Bühnen auf ein ebenso gigantisches Publikum herab schmetterte. Und alle waren sich darüber einig, dass dies der Hit auf dem ersten Album von HAUSBOOT sei. Denkste. Wieder einmal zeigte sich die Regellosigkeit der Poplandschaft, obwohl überall nach „Format“ gebastelt wird. Die einen fanden’s zu rockig, die anderen zu schlagerös… Es setzte sich im Radio nicht durch. Bei unseren Livekonzerten gingen wir mit diesem Song von der Bühne und noch in der Garderobe hörten wir die Leute im Chor singen: „Immer wenn ich Dich seh!!“ Okay, Zugabe…

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I’m on fire (T:/M: Bruce Springsteen / dt. Eisbrenner)

►Album: CD „Fremde Strände“ 2012

1988 reiste ich nach Budapest zu dem einzigen Ostblock-Konzert von Amnesty International „Human Rights Now!“. Ich wollte Sting endlich einmal live sehen. Das Nepstadion war an diesem 06.09.88 natürlich ausverkauft, die Show begann schon am frühen Abend und nacheinander betraten die Popacts mit weltmusikalischem Einfluss die Bühne:  Youssou N’Dour, Tracy Chapman, Peter Gabriel, dann e n d l i c h Sting!! Als krönender Abschluss dann Bruce Springsteen & The E-Street Band. Und ich lief davon. Nach so viel eleganter Weltmusik wollte ich auf keinen Fall Rock’n Roll hören…
Heute zählt Springsteen für mich zu den Größten. Ich hab ihn 4 Mal live gesehen und j e d e s Mal war es großartig. Seine Texte sind mir vertraut und seine Philosophie spricht mir aus dem Herzen. Ob allein zur Gitarre, ob mit Folklore und Folk, ob mit Liedern von Pete Seeger oder eigenem Material von der E-Street Band gerockt - Springsteen ist auch für mich der Boss. Und ich erinnere mich trotzdem der Zeit, als ich von ihm nur dies eine Lied mochte, weil es mich irgendwie an „Every breath you take“ erinnerte…

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Koffer drin

►Album: EISBRENNER "No.9" 2005/ "Songs aus Drei Dekaden" 2011, Der wilde Garten "Grönland Hawaii" 1998/  "Die ersten Jahre" 2011

M: Gogow / T: Eisbrenner

„Grönland/Hawaii“, das Debutalbum meines Projektes „Der Wilde Garten“ wurde musikalisch getragen von Tobias Morgenstern (Akk) und Georgi Gogow (b, git, violine). Aber auch die Kollegen meiner guten alten Band „Jessica“ spielten keine geringe Rolle. Denn während Olaf Becker (dr) rhythmisch einiges abdeckte, wurde das Album von Ralf Böhme (keyb) produziert. Uns alle hört man singen, wenn man „Koffer drin“ anhört, der wahrscheinlich nachhaltigste Publikums-Hit des Projektes. Wir verweigerten damals die Popmechanismen und koppelten also keine Single zu dem Album aus. Aber mit diesem Lied war Joro und mir ein Gassenhauer entschlüpft, den ich seither das Publikum in vielen Konzerten hab abfeiern sehen… und hören.

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Komm her

►Album: LP/CD EISBRENNER „TINO“  1989/2005  / Songs aus Drei Dekaden, 2011

Komp: Drechsler/Böhme/Eisbrenner  / Text: Eisbrenner

An den Autoren des Stückes erkennt der Eingeweihte, es hätte auch ein JESSICA-Song werden können. Aber die Band war verwehrdienstet und ich auf Solopfaden live und im Studio. Das Album „TINO“ entstand. „Komm her“ zeigte darauf schon sehr deutlich, wo die Reise einmal hingehen würde, denn der Schluss sprach LaTINOsprache. Mexikanische, nikaraguanische, bolivianische und chilenische Musiker haben das Stück seitdem gespielt. Es gab sogar eine spanische Nachdichtung von José Miguel Marquez, die er mir anlässlich meiner ersten Tour nach Nicaragua schrieb. 2011 haben wir für das BEST OF ALBUM ein paar Remakes von Songs meines ersten Soloalbums TINO gemacht und der Produzent Marcus Gorstein verliebte sich in den Latinopop von „Komm her“. So entstand die wohl bisher groovigste Version dieses Liedes.

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Lachen

►Album: "Stark sein" 1999/ "Songs aus Drei Dekaden" 2011

Dies war die erste Komposition des Kunze-Hit-Schreibers Heiner Lürig, welches er mir für mein Album „Stark sein“ anbot. Von vielen meiner Musikern verhasst, war dies aber eben auch d a s Lied, welches mir die gesamtdeutsche Radiolandschaft geöffnet hat. Und weil es einen Eisbrenner-Text hat, klingt es in m e i n e m Innern auch gar nicht nach HRK, wie manche sagen. Es klingt sowieso nicht nach i h m, sondern nach Lürig wink Mit diesem Song begann etwas, was schließlich in dem Projekt HAUSBOOT gipfelte – die Zusammenarbeit des Autorenteams Eisbrenner & Lürig.

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Magier

►Album: CD DwG "Lust", 2001 / Dwg "Die ersten Jahre", 2010 / Eisbrenner "Songs aus Drei Dekaden", 2011

K: Matthias Lauschus  T: Eisbrenner

Mit dem grandiosen Multiinstrumentalisten „Felix“ Matthias Lauschus bekam die vergrößerte Besetzung des Wilden Garten nicht nur einen humorigen Publikumsliebling dazu, sondern auch einen sensiblen Komponisten. Und auch wenn Joro Gogow in diesem Punkt das Monopol behalten sollte, landeten sowohl Tobias Morgenstern, als eben auch Felix Lauschus ein paar große kompositorische Würfe für die Band. Im Rückblick ist der Song „Magier“ sogar einer der wichtigsten im Nachlass dieses wild wuchernden Projektes. Darum begleitet er mich weiter, noch so lange Zeit nach Auflösung der Band.

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Mein Mut

►Album: LP JESSICA "Spieler", 1986 (CD 2005)/ "3-Dekaden-Songs", 2011

Nachdem wir 1985 mit „Ich beobachte Dich“ und „Bring mir die Sonne“ das kleine Land medial erobert hatten, ließ sich die einzige DDR-Plattenfirma AMIGA dazu herab, uns einen Singlevertrag anzubieten. Natürlich hätten wir nun gern unsere 2 Hits als Single verkauft, die bisher nicht auf Vinyl zu haben waren aber AMIGA erwartete einen bzw. zwei neue Songs von JESSICA. Also schrieben wir „Mein Mut“ und für die B-Seite „Mama“ und produzierten erstmals im legendären AMIGA-Studio in der Brunnenstraße Berlin, nur ein paar Schritt von der Mauer entfernt. Die Single muss sich gut verkauft haben, denn es folgte der Vertrag für ein Album. Im Rückblick betrachtet war die B-Seite „Mama“ der größere Medienerfolg und bis heute sehe ich Mädchen und Frauen in den Konzerten bei diesem Song weinen.  „Mein Mut“ wurde Jahre später von meinen chilenischen Musikern als Latinosong enttarnt und begleitete mich so um den halben Erdball…

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Nach der Schule

►Album: Dok.-Film „Erste Liebe“ 1985   Vinyl-Single 1985/86 / "Songs aus Drei Dekaden" 2011

M: Thomas Natschinski / T: Konrad Weiss

Als die kleine Band JESSICA plötzlich zu den großen 10 der DDR-Rockbands der Achtziger gehörte, bekamen wir allmählich auch exotische Angebote, die außerhalb unserer normalen Bandkreisläufe lagen. Z.B. das Angebot 3 Songs für einen Dokumentarfilm über DDR-Jugendliebe in unserer Art einzuspielen und einzusingen, die aber nicht aus unserer Feder stammten. So lernte ich den Komponisten Thomas Natschinski kennen, mit dem ich bis heute immer wieder gern gemeinsam Lieder schreibe. Texter der 3 Songs war Konrad Weiss, Regisseur des Films. Er ging zur Wendezeit in die Politik zu Bündnis 90 und gestaltete an vorderster Front bzw am berühmten „runden Tisch“ die deutsch-deutsche Wendepolitik mit. 1985 war das noch Zukunftsmusik. Zwei Lieder „Nach der Schule“ und „Aber wenn’s dann wirklich mal ist“ wurden auch von Amiga veröffentlicht. Allerdings nicht als reguläre Jessica-Singles. Das dritte Lied „Mach mich nicht an“ findet man bis heute n u r im Film selbst. Vielleicht ist der Grund darin zu suchen, dass ich etwas kühn und mit sächsischem Dialekt in einem Satz „Ihren Ausweis mal bidde“ die Vertreter der Volkspolizei auf die Schippe nahm. Wer weiß?
In den Archiven fand sich jedenfalls 2011 nur noch das harmlose „Nach der Schule“ an, welches wir damals mit unserer Art, Songs zu spielen, unabänderlich zu einem typischen JESSICA-Song gemacht hatten. 

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Nordwind

►Album: "Stark sein", 1999/ "Balladen", 2007

In Stücken wie „Nordwind“ sind sich die Seelen der beiden Freunde und Kreativpartner Eisbrenner und Drechsler immer am leichtesten begegnet. Andrés melancholische Ader und mein Hang zu Folk und Chanson begegnen sich auf solchen Plateaus und das gemeinsame Songschreiben wird zu einem Spaziergang. Abseits dessen neigt er zu klassischer Rockstruktur  á la U2, Stones oder Hendrix, während ich mich an Sting, Gabriel und allem, was Weltmusik integriert, orientiere. Natürlich gibt es auch da viele Schnittpunkte und gemeinsames Universum wächst ja auch durch Reibungspunkte… aber dann kommt wieder ein Song wie „Nordwind“ aus seiner Gitarre und alles wird leicht und weit zwischen uns…

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Polaroid

►Album: CD HAUSBOOT „Strom ab“ , 2010

M: Heiner Lürig / T: Eisbrenner

Wenn man diesen Song hört, könnte man meinen, er stamme aus dem Projekt „Der wilde Garten“, so fremdländisch eigen instrumentiert wie er ist. Und die Chorgesänge!
Und doch ist die Musik ein glatter, wenn auch untypischer Lürig mit einem Schuss typischem Eisbrenner(gesang). Anfangs sollte das Stück gar nicht mit auf das Album drauf, weil es den Klang der übrigen HAUSBOOT-Songs irgendwie konterkarierte. Aber die gute Laune, die wir beim Einspielen bekamen, war ansteckend und auch der Text brachte eine abschließende Leichtigkeit unter die vorher aufgeworfenen Fragen in Songs wie „Du gehst vorbei“, „Wenn der Abspann läuft“ oder „Zeit, die Dir bleibt“. Und doch ist auch dies ein Song über Vergänglichkeit und Abschied – wie die Wahl des Sinnbildes Polaroid schon zeigt. Für uns ein optimistischer Abschiedssong unserer Band HAUSBOOT auf ihrem ersten Album, ohne das Wissen, ob es ein Abschied für immer sein wird. 

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Schnee soll fallen

►Album:  Stark sein, 1996

1996 gab es auf Radio Eins ein Anrufspiel. Die Hörer sollten sich melden und Vermutungen darüber anstellen, wann wohl der erste Schnee fallen könnte. Ich bemerkte, dass ich zu dieser Frage gerade den passenden Soundtrack produziert hatte und mein Manager teilte dies dem Sender mit. "Schnee soll fallen" kam in die Rotation bei Radio Eins und wurde auch nach dem ersten Schneefall reichlich gespielt. Aber Zufälle gibt es ja nicht...

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Spieler

►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011, LP & CD JESSICA „Spieler“

Für meine erste feine Band JESSICA kam Ende 1985 die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen konnte. Wir spielten mit unserer kleinen Einstufung (eine Spielerlaubnis, mit der man in der DDR nicht nur das öffentliche Auftreten erlaubt, sondern auch die Höhe der Gage festgelegt bekam) praktisch jeden Tag des Jahres und gingen noch nachts oder vormittags ins Studio. Abends dann wieder irgendwo in ausverkauften Häusern, Hallen oder Sportplätzen. AMIGA hatte uns endlich einen Vertrag für unser erstes Album angeboten und wir gedachten mit diesem Album zu zeigen, dass wir mehr konnten, als Pophits zu schreiben. Also beschlossen wir, 1986 eine Kreativ- und Studiophase einzuläuten und danach nur noch in Tourneezyklen zu arbeiten. Die Skandale, die die 100-Tage-Tour „Spieler“ 1986 mit sich brachte, hab ich in meiner Biographie „Von Heute auf Morgen“ ausführlich beschrieben. Aber auch im Hause AMIGA wackelten die Wände, denn die kleine Band JESSICA hatte sich erlaubt, ihr Erscheinungsbild zu verändern. Auf den neu produzierten Songs hörte man Backingvocals, Bläsersätze und Jazzgrooves. Amiga-Chef Büttner tobte und erklärte uns für übergeschnappt. Uns war das egal. „Spieler“ wurde ein Hit und wir gingen 100 Tage lang auf Tournee…

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Valparaiso (Sting / dt.: Eisbrenner)

►Album: CD „Fremde Strände“ 2012

Der Ruhm des großen lateinamerikanischen Dichters Pablo Neruda brachte mich eines Tages nach Valparaiso, traumhafte Stadt an der chilenischen Pazifikküste. Im Haus des Poeten, mit dem Blick auf die Bucht und das tosende Meer fiel mir natürlich Stings Song „Valparaiso“ ein. Ich setzte mich auf Nerudas Terrasse, nahm mein Notbuch für kreative Anfälle und den dazugehörigen Stift aus der Tasche und gab dem Lied seinen deutschen Inhalt. Vor mir die See und hinter mir die Arbeitsräume des Dichters, dessen magische Präsenz mir das Ringen um die Zeilen nicht gerade leichter machte.

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Wanderer

►Album: CD HAUSBOOT „Strom ab“ , 2010

M: Heiner Lürig / T: Eisbrenner

Aus welcher Zeit kommen wir? In welcher leben wir jetzt? Und welche Zeit werden wir noch erleben? Wo verlaufen die Grenzen und sind sie für uns überhaupt erkennbar? Es gibt einschneidende Erlebnisse im Leben, nach welchen wir glauben in ein anderes Zeitalter geraten zu sein. Aber das ist meist sehr subjektiv betrachtet, denn selbst große geschichtliche Umwälzungen bringen dem Einen das Glück, können aber dem Anderen das Gegenteil von Glück bescheren. Lebt also eigentlich jeder sein eigenes Zeitalter? Eins bleibt sicher: Wir sind alle auf einer langen Wanderschaft. Genießen wir es. Finden wir uns.

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Wär nicht schwer

►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011/ Hausboot – Strom ab, 2009

Manchmal trifft man auf die große Liebe… Es blitzt, kracht und donnert und man weiß genau, dass man (s)einem möglichen Lebensglück gegenübersteht… und wie oft passiert einem das im richtigen Moment? Das Leben besteht zu siebzig Prozent aus verpassten Gelegenheiten… hat mal jemand gesagt. Wer auch immer dieses Lied hört, weiß, wovon da gesungen wird. Und so wurde es zu Hit.

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Weit hinter der Zeit

►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011/ Mango 2005

Eigentlich wollten André und ich mal ein ganzes Album mit Reggeastücken schreiben. Wir haben uns ja schließlich musikalisch über The Police gefunden und die fanden sich und ihren Sound nicht ohne Bob Marley & The Wailers… Na, vielleicht kommt das noch.

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Weiße Fahnen

►Album: Mango 2004, Songs aus Drei Dekaden, 2011

Ein Lied über Vergebung, die man umsonst erbittet. Bitterkeit, Stolz und Vergeltung… Machtkämpfe um Unterwerfung und das Obsiegen über jemanden, den man angeblich so liebt.

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Welt okay

►Album:  Forgotten Trail – Spiritual, 2008

Die Eurythmics gaben mir 2008 das Okay für meine deutsche Fassung ihres Songs „I saved the world today“. Mit meinem chilenischen Freund Alejandro Soto Lacoste am Klavier hab ich das Lied auf seine Urkraft reduziert…

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Wenn der Abspann läuft

aus aktuell traurigem Anlass.

Mehr dazu in Kürze

 

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Wenn der Abspann läuft

►Album: Hausboot  "Strom ab" 2009

M: Heiner Lürig / T: Eisbrenner

Unmerklich schlich sich in meine Texte zu „Strom ab“ ein Hauptthema ein: Der Blick auf das Leben, wenn man um die 50 ist. Irgendwie beginnt eine neue Zeitrechnung, eine neue Sicht auf die Werte des Lebens, man resümiert, setzt Prioritäten für die verbleibende Zeit… man kann plötzlich einschätzen, dass der Abspann nicht mehr ewig auf sich warten lässt. Man beginnt sich mit den möglichen Formen von Abschied vertraut zu machen.

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Wenn ich mit dem Teufel tanze

►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011 / Spieler, 1986

Mein Lieblingssong von meiner guten alten Band JESSICA. Wir schrieben dieses Lied Anfang’86 inspiriert von den Simple Minds und Sting bzw. seiner gerade neu entworfenen Soundmarke durch Brandford Marsalis am sopran-sax. Die FUN HORNS, die uns als Bläsersatz im Studio Rückenwind gaben, delegierten ihren Saxophonisten Volker Schlott ans sopran und er spielte so göttlich, dass ich süchtig wurde. Volker hat seither auf bestimmt zehn Stücken meiner Alben sopran spielen müssen und zum Glück tut er es immer wieder gern. „Wenn ich mit dem Teufel tanze“ widerstand mit nur einer kleinen Änderung der Zensur und durfte auf’s Album – unser erstes Album. Und selten war sich die Band so einig, wie mit diesem Lied.

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Wir folgen dem Wind

►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011/ Stark sein, 1999 / No.9, 2005

Ich fuhr zu Aufnahmen ins Madagaskarstudio und meinem Produzenten Heiner Lürig mit dem ICE ins Hannoversche. Heiner hatte mir am Vortag eine CD mit einem Songdemo geschickt, damit wir dann während der Studioarbeit schon darüber sprechen könnten. Als ich in Hannover ankam, hatte ich das Demo betextet und "Wir folgen dem Wind" war geboren. Es wurde zu einem meiner ersten Nachwendmedienerfolge und gedieh noch einmal durch unsere Akustikversion auf "No.9". Spätestens mit diesem Lied wurde Heiner und mir klar, dass wir ein gutes Autorenteam abgeben würden...

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Zeit dir dir bleibt

►Album: CD HAUSBOOT „Strom ab“ , 2010 / EISBRENNER „3 Dekaden Songs“, 2011

M: Lürig / T: Eisbrenner

Als alle Songs für das Album unseres Projektes HAUSBOOT geschrieben waren, stellte sich heraus, dass sich beinah alles um die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit drehte. Unerkannte Helden von Gestern, Soldaten die aus den Schlachten als andere Menschen nach Hause kommen, Liebende im Abschied oder das Ende von Kindheit, Jugend… Leben. So wie die Wasser stromab fließen, verrinnt auch die Zeit und gestellt werden wird eines Tages die Frage: Was wirst Du tun, mit der Zeit, die D i r bleibt…?

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_8/8 Xoro

►Album: CD „LUST“, 2001 und „Best Of - Die ersten Jahre“, 2011 (Eisbrenner & Der wilde Garten)

Komp: Gogow / Text: Eisbrenner

Georgi Gogow und mich führte eine kongeniale Sehnsucht zusammen. Er, dessen bulgarisch geprägte Kompositionen von seinen ostdeutschen Rockerkollegen selten gewürdigt oder gar gebraucht wurden und ich, dessen Kindheitsjahre in Bulgarien genau zum Gegenteil führten. Ich betextete eine komplette Kassette mit seinen Liedideen, die er mir einmal gab und machte so deutsche Songs aus Weltmusik. Wir gründeten das Projekt „Der wilde Garten“ und nahmen zwei Alben zusammen auf. Dies in den frühen Nachwendejahren, in denen die Szene Ost sich langsam erholte, ohne aber vorerst viel Innovatives zustande zu bringen. Wir ernteten große Anerkennung, ja Liebe beim Publikum, öffneten musikalisch (zusammen mit Tobias Morgenstern, Felix Lauschus und Manne Hennig) die Tore zur Welt und spiegelten mit Songs wie 8/8 Xoro (bulgarische Tanzform) auch das politische Befinden unserer Landsleute.

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