aktuell: Ohne Dich►Album: CD „3 Dekaden Songs“ 2011Man sagt, dass man sich immer zweimal im Leben trifft. So kann es auch mit Songs gehen. „Ohne Dich“ haben wir für mein erstes Soloalbum geschrieben und produziert aber die 45min-Rille ließ nicht alles Material zu, was produziert worden war. Schon beim nächsten Album passte das Lied vom Sound her nicht mehr und musste weiter warten, bis viel später die „Songcollection 86-96“ erschien. Dort brachte ich es endlich unter. Als für das Bestof 2011 auch ein paar Raritäten gesucht wurden, fiel mir „Ohne Dich“ erneut ein. Und als uns obendrein die Lust überkam, ein paar alte Stücke neu aufzunehmen, bekam „Ohne Dich“ sein zweites Leben. Auf der Reise►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011
Es gab über die Jahre in der Songschreiberei zwischen André und mir immer mal Songs, die mich stark an unsere gemeinsame Zeit bei JESSICA erinnerten. Klar, wenn zwei der drei Schreiber von damals was machen, kann das passieren. Meistens habe ich dann versucht, durch das Arrangement etwas von dem alten Pfad wegzulenken. Produzenten wie Heiner Lürig haben geholfen. Trotzdem blieb da ein Hauch JESSICA-Handschrift. Die Art der Komposition, Andrés Akkorde auf der E-Gitarre, straiter Rhythmus und ich in den höheren Lagen mit ganz einfachen Melodien... Titel wie "Himmelblau", "Ein liebes Lied" oder "Schnee soll fallen" konnten nie ganz verheimlichen, dass sie von zwei Jessis geschrieben wurden. Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens►Album: CD: EISBRENNER – BRECHT , 2013K: Weill T: Brecht
Dieses Stück stammt aus der DREIGROSCHENOPER und wurde also 1928 uraufgeführt. Nicht zuletzt durch ihre Songklassiker gilt die DGO (neben „Romeo und Julia“) als das berühmteste Theaterstück aller Zeiten. Der Humanist und Dialektiker Brecht, gern als Kommunist verbrämt, spiegelt in einer humorvollen Story menschliche Charaktere und beleuchtet dabei unweigerlich und kritisch die kapitalistische Gesellschaft – eine Gesellschaft, die der unsrigen heute auf’s Haar gleicht.
Blinde Kuh►Album: LP „TINO“ 1989 /CD „TINO“ 2005 / CD „3 Dekaden Songs“ 2011Dieser Song dürfte eines der Vorzeigestücke meines einstigen Produzenten Matthias Schramm sein. Als Ex-SILLY-Bassist hatte er schon deren Alben stark geprägt und ich finde, man hört sogar ein bisschen SILLY in „Blinde Kuh“. Es waren die letzten Züge der Achtziger. Man programmierte statt zu spielen aber gesungen werden musste zum Glück noch selbst. Ich war (und bin) ein Fan von Robert Palmer und David Bowie, Michael Jackson hatte starken Einfluss auf die Art, wie man damals Rhythmus setzte und das neu eröffnete „POP-STUDIO“ in Berlins Nalepastraße wollte einen eigenen Sound hervorbringen. Matthias Schramm lebt nicht mehr aber damals war er einer der ganz Großen und Innovativen im Produzentenbereich der kleinen großen DDR. Songs wie „Mont Klamott“ von SILLY oder eben auch „Blinde Kuh“ werden immer daran erinnern. Blues von der letzten Gelegenheit►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011/ DVD „Wind trägt alle Worte fort…“, 2010Der wunderbare Franz Bartzsch war gestorben. Ein Komponist, dessen Lieder, die meisten von Veronika Fischer gesungen, mich durch meine Jugend begleitet hatten. Als man mich fragte, ob ich bei der Gedenkfeier am 07.03.2010 im Berliner KOSMOS ein Lied von Franz singen würde, fiel mir zuerst der „Blues von der letzten Gelegenheit“ ein und ich entschied mich für diesen. Sie schickten mir das Stück zu – die Bandarrangements würde Andreas Bicking schreiben – und jetzt merkte ich erst, wie schwer das Lied zu singen war. Kollegen wie Jürgen Ehle, Günther Fischer oder IC Falkenberg klopften mir auf die Schulter und sagten Sätze wie: „Na da hast Du Dir ja den Hinkelstein aufgeladen.“ Ich konnte an den Proben für den Abend nicht teilnehmen, weil ich anderweitig verpflichtet war und hatte nur eine Probe mit Bicking am Klavier, bei der wir gemeinsam die Fallen orteten, die Franz B seinerzeit in das Lied eingebaut hatte. Zudem hatte Bicking die Arrangements in der Originalhöhe des Titels verfasst und entschuldigte sich mit den Worten: „… aber Du kannst doch auch hoch singen.“ Ein Lied, geschrieben für eine Sängerin in ihrer besten Zeit – aber ich kann ja auch hoch singen? Am Tag des Konzertabends war die Zeit so knapp, dass das kleine Orchester und ich den Song nicht einmal beim Soundcheck zu Ende spielen durften. Die Generalprobe entfiel für uns. Der Produktionsleiter tönte einfach: „Eisbrenner!... Überspringen wir!“ So sang ich das Lied in meinem Leben nur ein einziges Mal – mit laufenden Kameras und digitalem Livemitschnitt – beim Konzert selbst. Danke Franz! Das kriecht►Album: Willkommen in der Welt, 1994/ Songs aus Drei Dekaden, 2011Es war alles so gut angelaufen. 1992 gab es einen Majorvertrag mit BMG für eine Single und nachfolgendes Album. Aber irgendetwas stimmte nicht. Denn einerseits wollte die Firma, dass ich mich, egal mit wie vielen Originalmitgliedern wieder als Sänger von JESSICA präsentiere – andererseits diskutierten sie um jeden meiner Texte, der mich als „Ostkünstler“ würde enttarnen können. Sie stellten uns die Produzenten Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig zur Seite aber auch diese Rechnung ging nicht auf, den der westdeutsche Dichterfürst Kunze fand meine Texte unstrittig und verteidigte sie gegen die Plattenfirma. Als ich dann den Text zu „Das kriecht“ in die Waagschale warf, brach alles zusammen. Die Firma kündigte mitten in der Produktion den schönen Vertrag und die Weltkarriere musste verschoben werden. Und das nur, weil ich mir im neuen freien Deutschland keine Zensur mehr gefallen lassen wollte. Komische Welt… Das Album „Willkommen in der Welt“ wurde von Kunze/Lürig trotzdem zu Ende produziert und erschien auf meinem Label Mañana Records. Der letzte Träumer►Album: Mango, 2004/ Songs aus Drei Dekaden, 2011„Der letzte Träumer“ ist eines meiner Lieblingsstücke aus der Kreativarbeit Eisbrenner/Drechsler. Auch deshalb, weil es nicht nur unsere gemeinsame Kraft als Songschreiber zeigt, sondern auch das Besondere, was wir an unseren Instrumenten zu bieten haben. André Drechsler, Gitarrenschüler bei Mark Knopfler, Andy Summers und The Edge, mit seinem elegant treibenden E-Gitarrenspiel auf dem meine Art zu singen schon so heimisch geworden ist, dass alles nur noch gefühlt – nichts mehr erdacht werden muss. Dazu noch Volker Schlott am Sopransaxophon. Seitdem wir Volker und die FUN HORNS 1986 für JESSICA ins Studio holten, war der Ruf nach ihm immer wieder nichts als reine Sucht…. Ich liebe diesen Song, den André auch produziert hat. Das Album „Willkommen in der Welt“ wurde von Kunze/Lürig trotzdem zu Ende produziert und erschien auf meinem Label Mañana Records. Die Bösen sterben nie►Album: "Mango" , 2005 / „3 Dekaden Songs“, 2011Im September 2003 waren André (git) und ich im Begriff, meine dritte Finnlandtour anzutreten, als die dafür zuständige Managerin mich anrief und mir etwas von einem englischen Musiker erzählte, der so viel geackert habe in den letzten Jahren, dass er dringend eine Auszeit benötige, um nicht durchzudrehen. Ob sie ihn nicht mit auf meine 3 Wochen Finnlandtour schicken könne? Was war sie überrascht, als sie seinen Namen nannte und ich begeistert aufschrie, denn ich kannte Nick Beggs, seine Stimme, sein Bassspiel und jenes auf dem Chapman-Stick, hatte zwar keine Platten von „Kajagoogoo“ aber sehr wohl die seiner Nachfolgeprojekte „Kaja“ und „Ellis, Beggs & Howard“ im Schrank und war also auf der Stelle dafür! Es gab keine Zeit mehr, sich zu Proben zu verabreden, also schickten wir ihm unsere Songs mit der Post nach England und trafen uns einen Tag vor dem ersten Konzert in Tampere (Finnland)… Wir reisten mit dem PKW mehr als 3000km von Ort zu Ort durch Finnland, erweiterten während der Tour das Programm noch um ein paar Stücke von Nick und hatten eine schöne Zeit. Ich sehe Nick Beggs, der sein Handwerk immer wieder in den Dienst bekannter Rock/Popgrößen stellt, zu selten aber ab und an, wenn ihn die Tourneen seiner Protagonisten wie Howard Jones oder kürzlich Kim Wild nach Berlin führen. 2004 schickte er mir einen Song, von dem er meinte, der würde gut zu mir passen. Natürlich betextete ich ihn nicht in Englisch, sondern in der Sprache, die mir der liebe Gott in die Wiege gelegt hat. Und es klingt sogar eine kleine Beschwerde an eben jenen Gott mit… Danke Nick und all the best!! Die Moritat von Mackie Messer►Album: CD: „No.9“ im Buch „Von Heute auf Morgen“, 2005
2013 ist nun mein erstes Album BRECHT erschienen, mit dem ich vor unserem „Klassiker der Vernunft“ den Hut ziehe. Seit ich Siebzehn war, habe ich das immer wieder getan und werde es noch tun, wenn ich die Siebzig längst überschritten habe. Wo auf der Welt ich schon überall als deutscher Sänger mit dem „Haifischsong“ eingeschlagen habe, kann ich kaum aufzählen. New York, Moskau, Santiago, Paris… Überall kennt man dieses Lied. Das schönste Gefühl aber ist noch immer, wenn mein deutsches Publikum, diesen Song und damit Brecht als einen der ihren feiert.
Draußen in den Feldern►Album: CD "Forgotten Trail – Spiritual", 2008M: Drechsler/Eisbrenner T: Eisbrenner Eine Probesession auf dem „Vier Winde Hof“ mit meinen Freunden André Drechsler und Alejandro Soto Lacoste. Ich hatte gerade mit Alejandro im „Farmlandstudio“, drei Dörfer weiter, die Aufnahmen zu „Forgotten Trail“ fertiggestellt und wir füllten den Wartetag vor dem ersten Mix mit Musik. Dabei entstand aus einem Fragment der Song „Draußen in den Feldern“, den wir in meinem Arbeitsraum gleich aufnahmen. Die Abgehangenheit des Augenblicks, in dem es auf nichts ankam und ich sogar ans Telefon ging, kam der Intention des Songs sehr zu pass… Wir schummelten das Stück und ein weiteres noch als Bonusmaterial auf das Album drauf… rund um den Hof wogte ein erdenes Meer.
Du gehst vorbei►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011 / Strom ab, 2009
Zehn Jahre waren vergangen, seit Heiner Lürig 1999 mein Album „Stark sein“ produziert und darauf auch Lieder wie „Wir folgen dem Wind“ oder „Lachen“ beigesteuert hatte. Und immer noch stand die Idee im Raum, einmal ein ganzes Album gemeinsam zu schreiben. Er alle Kompositionen – ich alle Texte. Du weißt, wie Du mich fangen kannst►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011 / Willkommen in der Welt, 1994Dieses Lied entstand 1986 im Tourbus (Modell: Barkas) von JESSICA und hätte auf unserem zweiten Album erscheinen sollen. Live fing ich mir bei dem Song immer die schönsten Mädchen aus der Bühnennähe ein und machte sie zum Chor – sehr zur Freude meiner Freunde auf der Bühne. Da es dann doch die nächsten 25 Jahre kein weiteres JESSICA-Album geben sollte, landete „Du weißt,…“ 1994 auf „Willkommen in der Welt“, aufgenommen in Moskau, Köln und Hannover. Es geht um nicht weniger als Sex! Eisernes Reich►Album: CD HAUSBOOT „Strom ab“ , 2010 / EISBRENNER „3 Dekaden Songs“, 2011M: Lürig / T: Eisbrenner Eine der Radiosingles von HAUSBOOT und so deutlich die kompositorische Handschrift von Heiner Lürig, dass man es fast seinem früheren Protagonisten HRK zuordnen möchte. Nun ja, das Kreativteam Eisbrenner/Lürig hat auch so seine Qualitäten, wie das HAUSBOOT-Album beweist. Eldorado Song►Album: CD (Single),2006 / Songs aus Drei Dekaden, 2011Komp: Drechsler/Eisbrenner Text: Eisbrenner Als ich 2005/06 einen „Berater“-Job in der Westernstadt „Eldorado Templin“ hatte, wurden André und ich gefragt, ob wir nicht eine Erkennungsmusik, ein Instrumentalstück im Countrystyle für die Stadt schreiben könnten, die zu allen möglichen Gelegenheiten eingesetzt werden könne wie z.B. als Warteschleifenmusik des Bürotelefons. Das Geld stimmte und wir lieferten dieses Auftragswerk. André Drechsler als Produzent, wir spielten alles selbst ein… für die Geige holten wir kurzerhand Hans die Geige… fertig. Die Folge davon war, dass sich viele Leute erkundigten, was das denn für coole Countrymusik sei und wo man die kaufen könne. Als uns die Geschäftsleitung daraufhin die Herstellung einer Singleversion auftrug, packte mich der Jux und ich schrieb einen Text, um der Instrumentalversion auch eine Songversion hinzuzufügen. Mit diesen beiden Versionen wurde die Single „Eldorado-Song“ veröffentlicht und wurde besonders auf Antenne Brandenburg hoch und runter gespielt. Nicht nur zur Freude der „Eldorado“ Chefs, die sich dadurch jedes Mal extra beworben sahen… Erinnerung an Mari A►Album: CD: EISBRENNER – BRECHT , 2013K: Bertolt Brecht T: Bertolt Brecht Schon in der Schule fand ich heraus, dass man uns in der DDR nur einen halben Brecht präsentierte. Und während jene ihn vereinnahmten, versuchten die anderen im Westen Deutschlands, ihn gleich ganz tot zu schweigen. Beides geschah anhand seiner politischen Bekenntnisse gegen Verführung und Verdummung der Massen, gegen Ausbeutung durch die Macht des Kapital und gegen die Kriegstreiber, vor denen er um den halben Erdball hatte fliehen müssen. Aber Brecht war viel mehr als ein politischer Denker. Er war nie Mitglied irgendeiner Partei, war ein Freund der Genüsse, der Unterhaltung, des Lebens. Er war ein Dichter, der sich politisch und kritisch äußerte, weil die finsteren Zeiten, in die er geboren wurde, ihm dies abverlangten. Dem g a n z e n Brecht eine Stimme zu geben, fing ich an, BRECHT-Abende aufzuführen und es entstand für 2013 mein erstes Album BRECHT.
F)rohe Weihnacht►Album: Mango, 2004Eisbrenner mal etwas anders, als gewohnt und geschrieben in den finnischen Weiten vor irgendeiner Hütte an irgendeinem See… Danach wieder Straße… 4000km kreuz und quer auf Tour in Suomi. Den „Vier Winde Hut“ gibt es wirklich und ich brachte ihn mir von den Schamanen der Sami mit. Die Fotos gibt es wirklich, wenn auch die Story, die der Dichter daraus strickte, seiner Phantasie entsprang – ganz so, wie’s im besten Falle sein soll. Ein Hoch auf die Weite! Ein Hoch auf die Mysterien! Ein Lied auf die Weihnacht, die nicht zwangsläufig froh sein muss…
Grünes Glas►Album: CD „LUST“, 2001 und „Best Of - Die ersten Jahre“, 2011 (Eisbrenner & Der wilde Garten)Komp: Gogow / Text: Eisbrenner „Grünes Glas“ ist einer der ersten Songs, die Joro Gogow (Komp.) und ich (Text) für die größere Besetzung des wilden Garten schrieben. Auf unserer letzten Tour zum Album „Lust“ war er der Auftaktsong und jeder von uns konnte darin warm laufen. Ein ganz typisches DwG-Werk mit großer Lust an weltmusikalischen Akzenten.
Heimgekehrt►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011 / Strom ab, 2009Vor noch nicht einmal 70 Jahren hieß es, dass nie wieder ein deutsches Heer fremden Boden betreten würde. Wie oft haben wir seither gehört, dass die Bundeswehr ein „Mandat“ erhalten habe und Truppen in die Welt schicken würde. Kongo, Balkan, Afghanistan… Bald werden es Syrien oder/und Pakistan sein. Aber nie hören wir etwas über die Soldaten, die aus solchen Einsätzen nach Hause zurückkommen. Wir hören nicht, d a s s sie zurückkommen und schon gar nicht, w i e sie zurückkommen. Sie leben mit den Schatten, die wir uns nicht vorstellen können… und wollen. Ich sterbe für Dich►Album: TINO, EP 1987, LP 1989, CD 2005 / Songs aus Drei Dekaden, 2011Nachdem sich meine geliebte Band JESSICA wegen der Wehrpflicht einiger Musiker aufgelöst hatte – damals wussten wir nicht, dass dies 25 Jahre währen würde – bot mir Thomas Natschinski, viel gerühmte Songschreiber der DDR, eine Zusammenarbeit an. Natschinski schreibt glänzende Balladen und gleich in die erste Komposition textete ich meinen sehr frischen Liebesschmerz hinein. Simone Thomalla war 1986 Backgroundsängerin bei unserer JESSICA – Spieler – 100 Tage - TOUR gewesen und Amor hatte ein leichtes Spiel mit uns gehabt. Die Liebe brannte einen Moment länger, als die Tour dauerte. Dann gewann der Verstand wieder die Oberhand, denn beide lebten wir in Beziehungen. In diesem Taumel schrieb ich meinen Text und schickte Simone das Lied übers Radio nach… Als 2011 die Idee aufkam, ein paar Remakes aufzunehmen und damit das Best Of anzureichern, fiel die Wahl auch auf „Ich sterbe für Dich“. Ich textete zu meinen Zeilen einen „Gegenpart“ hinzu und fragte Simone, die Deutschland inzwischen als TV-Star erobert hatte, ob sie das Lied neu mit mir aufnehmen würde. Sie sagte Ja.
Ich such einen Traum►Album: Vinyl LP „Spieler“, 1986 / CD „Spieler“, 2005 / Eisbrenner "Songs aus Drei Dekaden", 2011K: Böhme/Drechsler T: Eisbrenner Mitte 1983 hatte ich meinen Grundwehrdienst hinter mir und mein einziger Gedanke war, wieder mit den Freunden von JESSICA zu spielen. Wir waren 1981 das erste Mal völlig demontiert worden. Unser Drummer war 3 Jahre zur Armee gegangen, unser Keyboarder Ralf Böhme zwar nur anderthalb Jahre aber dafür um ein halbes Jahr versetzt. Wir mussten auf ihn also ein halbes Jahr warten und uns in der Zeit auch einen neuen Drummer suchen. Ich vertrieb mir die Zeit in einer Band, die mein Herz nicht gewann aber sehr wohl der Drummer Oli Becker. Ich entführte ihn zu Proben mit André und Janek von JESSICA und wir wussten sehr schnell, dass er zu uns gehören würde. Wir begeisterten ihn, der vorher eher schweren Rock gespielt hatte, für die Spielart von Stewart Copeland von THE POLICE und fingen an, eigene Songs zu schreiben und zu proben. Auf dem Weg zu einer dieser Proben stoppte uns ein englisches TV-Team auf der Straße auf der Suche nach einer Ostberliner Newcomerband… Das Ende vom Lied war eine Produktion in einem der ersten Privatstudios der DDR, es gehörte dem PUHDYS-Drummer Gunther Wosylus, und ein Videodreh für Tyne Tees Television und die Sendung „Tube“. Inzwischen war auch unser Ralf von der Armee zurück und wir hatten zu fünft einen kapitalen Einstieg in die ostdeutsche Rockpopszene. Wir waren „die Band, die im englischen Fernsehen war“. Der Song, mit dem dies geschah – unsere allererste Produktion – hieß „Ich such‘ einen Traum“. Immer wenn ich dich seh►Album: Hausboot "Strom ab" 2009M: Heiner Lürig / T: EisbrennerIn diesem Stück vereinten sich plötzlich auf ganz natürliche Weise der achtziger Jahre Heiner Lürig, als er für HRK komponierte und meine musikalische Sprache in der selben Zeit, als ich die Texte und Gesangspart für JESSICA erfand und von gigantischen Bühnen auf ein ebenso gigantisches Publikum herab schmetterte. Und alle waren sich darüber einig, dass dies der Hit auf dem ersten Album von HAUSBOOT sei. Denkste. Wieder einmal zeigte sich die Regellosigkeit der Poplandschaft, obwohl überall nach „Format“ gebastelt wird. Die einen fanden’s zu rockig, die anderen zu schlagerös… Es setzte sich im Radio nicht durch. Bei unseren Livekonzerten gingen wir mit diesem Song von der Bühne und noch in der Garderobe hörten wir die Leute im Chor singen: „Immer wenn ich Dich seh!!“ Okay, Zugabe… I’m on fire (T:/M: Bruce Springsteen / dt. Eisbrenner)►Album: CD „Fremde Strände“ 2012
1988 reiste ich nach Budapest zu dem einzigen Ostblock-Konzert von Amnesty International „Human Rights Now!“. Ich wollte Sting endlich einmal live sehen. Das Nepstadion war an diesem 06.09.88 natürlich ausverkauft, die Show begann schon am frühen Abend und nacheinander betraten die Popacts mit weltmusikalischem Einfluss die Bühne: Youssou N’Dour, Tracy Chapman, Peter Gabriel, dann e n d l i c h Sting!! Als krönender Abschluss dann Bruce Springsteen & The E-Street Band. Und ich lief davon. Nach so viel eleganter Weltmusik wollte ich auf keinen Fall Rock’n Roll hören… Koffer drin►Album: EISBRENNER "No.9" 2005/ "Songs aus Drei Dekaden" 2011, Der wilde Garten "Grönland Hawaii" 1998/ "Die ersten Jahre" 2011M: Gogow / T: Eisbrenner „Grönland/Hawaii“, das Debutalbum meines Projektes „Der Wilde Garten“ wurde musikalisch getragen von Tobias Morgenstern (Akk) und Georgi Gogow (b, git, violine). Aber auch die Kollegen meiner guten alten Band „Jessica“ spielten keine geringe Rolle. Denn während Olaf Becker (dr) rhythmisch einiges abdeckte, wurde das Album von Ralf Böhme (keyb) produziert. Uns alle hört man singen, wenn man „Koffer drin“ anhört, der wahrscheinlich nachhaltigste Publikums-Hit des Projektes. Wir verweigerten damals die Popmechanismen und koppelten also keine Single zu dem Album aus. Aber mit diesem Lied war Joro und mir ein Gassenhauer entschlüpft, den ich seither das Publikum in vielen Konzerten hab abfeiern sehen… und hören. Komm her►Album: LP/CD EISBRENNER „TINO“ 1989/2005 / Songs aus Drei Dekaden, 2011Komp: Drechsler/Böhme/Eisbrenner / Text: Eisbrenner An den Autoren des Stückes erkennt der Eingeweihte, es hätte auch ein JESSICA-Song werden können. Aber die Band war verwehrdienstet und ich auf Solopfaden live und im Studio. Das Album „TINO“ entstand. „Komm her“ zeigte darauf schon sehr deutlich, wo die Reise einmal hingehen würde, denn der Schluss sprach LaTINOsprache. Mexikanische, nikaraguanische, bolivianische und chilenische Musiker haben das Stück seitdem gespielt. Es gab sogar eine spanische Nachdichtung von José Miguel Marquez, die er mir anlässlich meiner ersten Tour nach Nicaragua schrieb. 2011 haben wir für das BEST OF ALBUM ein paar Remakes von Songs meines ersten Soloalbums TINO gemacht und der Produzent Marcus Gorstein verliebte sich in den Latinopop von „Komm her“. So entstand die wohl bisher groovigste Version dieses Liedes. Lachen►Album: "Stark sein" 1999/ "Songs aus Drei Dekaden" 2011
Dies war die erste Komposition des Kunze-Hit-Schreibers Heiner Lürig, welches er mir für mein Album „Stark sein“ anbot. Von vielen meiner Musikern verhasst, war dies aber eben auch d a s Lied, welches mir die gesamtdeutsche Radiolandschaft geöffnet hat. Und weil es einen Eisbrenner-Text hat, klingt es in m e i n e m Innern auch gar nicht nach HRK, wie manche sagen. Es klingt sowieso nicht nach i h m, sondern nach Lürig Magier►Album: CD DwG "Lust", 2001 / Dwg "Die ersten Jahre", 2010 / Eisbrenner "Songs aus Drei Dekaden", 2011K: Matthias Lauschus T: Eisbrenner Mit dem grandiosen Multiinstrumentalisten „Felix“ Matthias Lauschus bekam die vergrößerte Besetzung des Wilden Garten nicht nur einen humorigen Publikumsliebling dazu, sondern auch einen sensiblen Komponisten. Und auch wenn Joro Gogow in diesem Punkt das Monopol behalten sollte, landeten sowohl Tobias Morgenstern, als eben auch Felix Lauschus ein paar große kompositorische Würfe für die Band. Im Rückblick ist der Song „Magier“ sogar einer der wichtigsten im Nachlass dieses wild wuchernden Projektes. Darum begleitet er mich weiter, noch so lange Zeit nach Auflösung der Band. Mein Mut►Album: LP JESSICA "Spieler", 1986 (CD 2005)/ "3-Dekaden-Songs", 2011Nachdem wir 1985 mit „Ich beobachte Dich“ und „Bring mir die Sonne“ das kleine Land medial erobert hatten, ließ sich die einzige DDR-Plattenfirma AMIGA dazu herab, uns einen Singlevertrag anzubieten. Natürlich hätten wir nun gern unsere 2 Hits als Single verkauft, die bisher nicht auf Vinyl zu haben waren aber AMIGA erwartete einen bzw. zwei neue Songs von JESSICA. Also schrieben wir „Mein Mut“ und für die B-Seite „Mama“ und produzierten erstmals im legendären AMIGA-Studio in der Brunnenstraße Berlin, nur ein paar Schritt von der Mauer entfernt. Die Single muss sich gut verkauft haben, denn es folgte der Vertrag für ein Album. Im Rückblick betrachtet war die B-Seite „Mama“ der größere Medienerfolg und bis heute sehe ich Mädchen und Frauen in den Konzerten bei diesem Song weinen. „Mein Mut“ wurde Jahre später von meinen chilenischen Musikern als Latinosong enttarnt und begleitete mich so um den halben Erdball… Nach der Schule►Album: Dok.-Film „Erste Liebe“ 1985 Vinyl-Single 1985/86 / "Songs aus Drei Dekaden" 2011M: Thomas Natschinski / T: Konrad Weiss
Als die kleine Band JESSICA plötzlich zu den großen 10 der DDR-Rockbands der Achtziger gehörte, bekamen wir allmählich auch exotische Angebote, die außerhalb unserer normalen Bandkreisläufe lagen. Z.B. das Angebot 3 Songs für einen Dokumentarfilm über DDR-Jugendliebe in unserer Art einzuspielen und einzusingen, die aber nicht aus unserer Feder stammten. So lernte ich den Komponisten Thomas Natschinski kennen, mit dem ich bis heute immer wieder gern gemeinsam Lieder schreibe. Texter der 3 Songs war Konrad Weiss, Regisseur des Films. Er ging zur Wendezeit in die Politik zu Bündnis 90 und gestaltete an vorderster Front bzw am berühmten „runden Tisch“ die deutsch-deutsche Wendepolitik mit. 1985 war das noch Zukunftsmusik. Zwei Lieder „Nach der Schule“ und „Aber wenn’s dann wirklich mal ist“ wurden auch von Amiga veröffentlicht. Allerdings nicht als reguläre Jessica-Singles. Das dritte Lied „Mach mich nicht an“ findet man bis heute n u r im Film selbst. Vielleicht ist der Grund darin zu suchen, dass ich etwas kühn und mit sächsischem Dialekt in einem Satz „Ihren Ausweis mal bidde“ die Vertreter der Volkspolizei auf die Schippe nahm. Wer weiß? Nordwind►Album: "Stark sein", 1999/ "Balladen", 2007In Stücken wie „Nordwind“ sind sich die Seelen der beiden Freunde und Kreativpartner Eisbrenner und Drechsler immer am leichtesten begegnet. Andrés melancholische Ader und mein Hang zu Folk und Chanson begegnen sich auf solchen Plateaus und das gemeinsame Songschreiben wird zu einem Spaziergang. Abseits dessen neigt er zu klassischer Rockstruktur á la U2, Stones oder Hendrix, während ich mich an Sting, Gabriel und allem, was Weltmusik integriert, orientiere. Natürlich gibt es auch da viele Schnittpunkte und gemeinsames Universum wächst ja auch durch Reibungspunkte… aber dann kommt wieder ein Song wie „Nordwind“ aus seiner Gitarre und alles wird leicht und weit zwischen uns… Polaroid►Album: CD HAUSBOOT „Strom ab“ , 2010M: Heiner Lürig / T: Eisbrenner
Wenn man diesen Song hört, könnte man meinen, er stamme aus dem Projekt „Der wilde Garten“, so fremdländisch eigen instrumentiert wie er ist. Und die Chorgesänge! Schnee soll fallen►Album: Stark sein, 19961996 gab es auf Radio Eins ein Anrufspiel. Die Hörer sollten sich melden und Vermutungen darüber anstellen, wann wohl der erste Schnee fallen könnte. Ich bemerkte, dass ich zu dieser Frage gerade den passenden Soundtrack produziert hatte und mein Manager teilte dies dem Sender mit. "Schnee soll fallen" kam in die Rotation bei Radio Eins und wurde auch nach dem ersten Schneefall reichlich gespielt. Aber Zufälle gibt es ja nicht... Spieler►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011, LP & CD JESSICA „Spieler“Für meine erste feine Band JESSICA kam Ende 1985 die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen konnte. Wir spielten mit unserer kleinen Einstufung (eine Spielerlaubnis, mit der man in der DDR nicht nur das öffentliche Auftreten erlaubt, sondern auch die Höhe der Gage festgelegt bekam) praktisch jeden Tag des Jahres und gingen noch nachts oder vormittags ins Studio. Abends dann wieder irgendwo in ausverkauften Häusern, Hallen oder Sportplätzen. AMIGA hatte uns endlich einen Vertrag für unser erstes Album angeboten und wir gedachten mit diesem Album zu zeigen, dass wir mehr konnten, als Pophits zu schreiben. Also beschlossen wir, 1986 eine Kreativ- und Studiophase einzuläuten und danach nur noch in Tourneezyklen zu arbeiten. Die Skandale, die die 100-Tage-Tour „Spieler“ 1986 mit sich brachte, hab ich in meiner Biographie „Von Heute auf Morgen“ ausführlich beschrieben. Aber auch im Hause AMIGA wackelten die Wände, denn die kleine Band JESSICA hatte sich erlaubt, ihr Erscheinungsbild zu verändern. Auf den neu produzierten Songs hörte man Backingvocals, Bläsersätze und Jazzgrooves. Amiga-Chef Büttner tobte und erklärte uns für übergeschnappt. Uns war das egal. „Spieler“ wurde ein Hit und wir gingen 100 Tage lang auf Tournee… « zurück < Valparaiso (Sting / dt.: Eisbrenner)►Album: CD „Fremde Strände“ 2012Der Ruhm des großen lateinamerikanischen Dichters Pablo Neruda brachte mich eines Tages nach Valparaiso, traumhafte Stadt an der chilenischen Pazifikküste. Im Haus des Poeten, mit dem Blick auf die Bucht und das tosende Meer fiel mir natürlich Stings Song „Valparaiso“ ein. Ich setzte mich auf Nerudas Terrasse, nahm mein Notbuch für kreative Anfälle und den dazugehörigen Stift aus der Tasche und gab dem Lied seinen deutschen Inhalt. Vor mir die See und hinter mir die Arbeitsräume des Dichters, dessen magische Präsenz mir das Ringen um die Zeilen nicht gerade leichter machte. Wanderer►Album: CD HAUSBOOT „Strom ab“ , 2010M: Heiner Lürig / T: Eisbrenner Aus welcher Zeit kommen wir? In welcher leben wir jetzt? Und welche Zeit werden wir noch erleben? Wo verlaufen die Grenzen und sind sie für uns überhaupt erkennbar? Es gibt einschneidende Erlebnisse im Leben, nach welchen wir glauben in ein anderes Zeitalter geraten zu sein. Aber das ist meist sehr subjektiv betrachtet, denn selbst große geschichtliche Umwälzungen bringen dem Einen das Glück, können aber dem Anderen das Gegenteil von Glück bescheren. Lebt also eigentlich jeder sein eigenes Zeitalter? Eins bleibt sicher: Wir sind alle auf einer langen Wanderschaft. Genießen wir es. Finden wir uns. Wär nicht schwer►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011/ Hausboot – Strom ab, 2009Manchmal trifft man auf die große Liebe… Es blitzt, kracht und donnert und man weiß genau, dass man (s)einem möglichen Lebensglück gegenübersteht… und wie oft passiert einem das im richtigen Moment? Das Leben besteht zu siebzig Prozent aus verpassten Gelegenheiten… hat mal jemand gesagt. Wer auch immer dieses Lied hört, weiß, wovon da gesungen wird. Und so wurde es zu Hit. Weit hinter der Zeit►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011/ Mango 2005Eigentlich wollten André und ich mal ein ganzes Album mit Reggeastücken schreiben. Wir haben uns ja schließlich musikalisch über The Police gefunden und die fanden sich und ihren Sound nicht ohne Bob Marley & The Wailers… Na, vielleicht kommt das noch. Wenn der Abspann läuftWenn der Abspann läuft►Album: Hausboot "Strom ab" 2009M: Heiner Lürig / T: EisbrennerUnmerklich schlich sich in meine Texte zu „Strom ab“ ein Hauptthema ein: Der Blick auf das Leben, wenn man um die 50 ist. Irgendwie beginnt eine neue Zeitrechnung, eine neue Sicht auf die Werte des Lebens, man resümiert, setzt Prioritäten für die verbleibende Zeit… man kann plötzlich einschätzen, dass der Abspann nicht mehr ewig auf sich warten lässt. Man beginnt sich mit den möglichen Formen von Abschied vertraut zu machen. Wenn ich mit dem Teufel tanze►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011 / Spieler, 1986Mein Lieblingssong von meiner guten alten Band JESSICA. Wir schrieben dieses Lied Anfang’86 inspiriert von den Simple Minds und Sting bzw. seiner gerade neu entworfenen Soundmarke durch Brandford Marsalis am sopran-sax. Die FUN HORNS, die uns als Bläsersatz im Studio Rückenwind gaben, delegierten ihren Saxophonisten Volker Schlott ans sopran und er spielte so göttlich, dass ich süchtig wurde. Volker hat seither auf bestimmt zehn Stücken meiner Alben sopran spielen müssen und zum Glück tut er es immer wieder gern. „Wenn ich mit dem Teufel tanze“ widerstand mit nur einer kleinen Änderung der Zensur und durfte auf’s Album – unser erstes Album. Und selten war sich die Band so einig, wie mit diesem Lied. Wir folgen dem Wind►Album: Songs aus Drei Dekaden, 2011/ Stark sein, 1999 / No.9, 2005Ich fuhr zu Aufnahmen ins Madagaskarstudio und meinem Produzenten Heiner Lürig mit dem ICE ins Hannoversche. Heiner hatte mir am Vortag eine CD mit einem Songdemo geschickt, damit wir dann während der Studioarbeit schon darüber sprechen könnten. Als ich in Hannover ankam, hatte ich das Demo betextet und "Wir folgen dem Wind" war geboren. Es wurde zu einem meiner ersten Nachwendmedienerfolge und gedieh noch einmal durch unsere Akustikversion auf "No.9". Spätestens mit diesem Lied wurde Heiner und mir klar, dass wir ein gutes Autorenteam abgeben würden... Zeit dir dir bleibt►Album: CD HAUSBOOT „Strom ab“ , 2010 / EISBRENNER „3 Dekaden Songs“, 2011M: Lürig / T: Eisbrenner Als alle Songs für das Album unseres Projektes HAUSBOOT geschrieben waren, stellte sich heraus, dass sich beinah alles um die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit drehte. Unerkannte Helden von Gestern, Soldaten die aus den Schlachten als andere Menschen nach Hause kommen, Liebende im Abschied oder das Ende von Kindheit, Jugend… Leben. So wie die Wasser stromab fließen, verrinnt auch die Zeit und gestellt werden wird eines Tages die Frage: Was wirst Du tun, mit der Zeit, die D i r bleibt…? _8/8 Xoro►Album: CD „LUST“, 2001 und „Best Of - Die ersten Jahre“, 2011 (Eisbrenner & Der wilde Garten)Komp: Gogow / Text: Eisbrenner Georgi Gogow und mich führte eine kongeniale Sehnsucht zusammen. Er, dessen bulgarisch geprägte Kompositionen von seinen ostdeutschen Rockerkollegen selten gewürdigt oder gar gebraucht wurden und ich, dessen Kindheitsjahre in Bulgarien genau zum Gegenteil führten. Ich betextete eine komplette Kassette mit seinen Liedideen, die er mir einmal gab und machte so deutsche Songs aus Weltmusik. Wir gründeten das Projekt „Der wilde Garten“ und nahmen zwei Alben zusammen auf. Dies in den frühen Nachwendejahren, in denen die Szene Ost sich langsam erholte, ohne aber vorerst viel Innovatives zustande zu bringen. Wir ernteten große Anerkennung, ja Liebe beim Publikum, öffneten musikalisch (zusammen mit Tobias Morgenstern, Felix Lauschus und Manne Hennig) die Tore zur Welt und spiegelten mit Songs wie 8/8 Xoro (bulgarische Tanzform) auch das politische Befinden unserer Landsleute.
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